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Entstehung von Müll

Steigende Müllmengen

Der Müll entspringt einem Zeitgeist: Seit dem späten 20. Jahrhundert tendieren die Menschen weltweit, vor allem aber in den Industriegesellschaften, zu einem steigenden, bedenkenlosen Konsum. Dieser ist in vielen Fällen überflüssig bis schädlich. Überflüssig ist es beispielsweise, sich durch Statussymbole darstellen zu wollen. Überflüssig ist es auch, Fan einer bestimmten Marke zu sein, nur um eine Identifikationsfläche zu finden. Wenn das alles aber umwelttechnisch unbedenklich wäre, müssten wir es nicht als schädlich bezeichnen. Doch gerade das ist es nicht: Der Wunsch, sich über den eigenen Konsum darzustellen, ist ganz eng mit dem Wunsch nach höchster Bequemlichkeit verbunden. Diese beiden Wünsche gekoppelt führen sehr zwangsläufig zur Wegwerfgesellschaft. So werden unzählige Produkte keinesfalls für den langfristigen Besitz, sondern nur für den zeitlich eng begrenzten Gebrauch produziert – danach sind sie Müll, der meistens entsorgt werden muss und nicht wiederverwendet werden kann. Kleidungsstücke sollen zwar schick, gleichzeitig aber so billig wie möglich sein. Das funktioniert nur, weil sie unter erbärmlichen Umständen in Entwicklungsländern produziert werden, damit wir sie für fünf Euro kaufen können.

Zeit zum Umdenken

Die Zeit zum Umdenken ist mehr als reif. Wir müssen das Bewusstsein dafür schärfen, welche Auswirkungen unser Konsum auf die Umwelt hat. Wie dringend ein Bewusstseinswandel erforderlich ist, zeigen einige Statistiken:

  • Die Menschheit produziert 2 Milliarden Tonnen Müll pro Jahr!
  • Wenn wir nicht umdenken, werden diese Menge im Jahr 2050 um 70 Prozent zunehmen.
  • Jeder Deutsche produziert jährlich etwa 600 kg Müll.
  • Ein Sechstel des Mülls aus Industrienationen sind Plastikverpackungen.
  • Deutschland ist mit 12 Tonnen pro Jahr europäischer Spitzenreiter beim Plastikmüll.
  • In Deutschland werden pro Jahr 6 Milliarden Plastiktüten verbraucht.
  • Eine einzelne Plastiktüte ist durchschnittlich 25 Minuten im Umlauf. Ihr Abbau in der Natur dauert aber durchschnittlich 500 Jahre.
  • In Europa werden nur 7 % aller Plastiktüten recycelt.
  • Etwa die Hälfte des insgesamt verwendeten Plastiks wird nach einer einzigen Anwendung weggeworfen

 

Geht es auch anders?

Wenn wir weiterhin so konsumieren, werden unsere Müllexporte drastisch steigen. Sonst werden wir in ihnen versinken. Die gängige Praxis des Müllexports ist aber für uns alle gefährlich, denn meist wird unser Müll in Entwicklungsländer exportiert. Dort wird er nur selten nach Vorschrift recycelt und manchmal nicht einmal verbrannt, sondern in Flüsse geschüttet. Über die Flüsse gelangt er dann ins Meer. Dementsprechend steigt der Müllanteil im Meer rapide an. Schätzungen gehen derzeit von mehr als 100 Tonnen in den Weltmeeren aus. In einen Güterzug verpackt würde dieser bis zum Mond plus die halbe Strecke zurück reichen. 75 Prozent dieses Mülls bestehen aus Plastik. Deutschland exportiert seinen Müll vorrangig nach China. Das Land ist der größte Müllimporteur der Welt, es nimmt 56 % der weltweiten und sogar 87 % der europäischen Plastikabfälle auf. Die Chinesen bemühen sich zwar um Kunststoffrecycling, doch sie verbrennen auch viel Plastik, was ebenfalls umwelttechnisch als höchst bedenklich gilt. Nicht zuletzt wissen wir nicht genau, was mit dem Plastikmüll in China tatsächlich geschieht. Die chinesische Regierung – auf anderen Gebieten durchaus ein ökologischer Vorreiter – hat das Problem längst erkannt und will den Import des ausländischen Mülls sukzessive reduzieren. Das wird uns eher früher als später zum Umdenken zwingen. Bislang stellt sich unser Müll einfach zu wenig als unser eigenes Problem dar – schließlich verschwindet er. Das ist aber ein Trugschluss: Der Müll bleibt bestehen. Wir müssen uns dringend mit seiner Vermeidung befassen, denn dieses Thema geht uns alle etwas an.

Tipps für den Alltag

Es gibt viele Möglichkeiten seinen Konsum ökologischer auszurichten. Die folgenden 10 Tipps helfen den Alltag umweltfreundlicher zu gestalten:

  • #1: Verzicht auf Kunstfasern: Kleidungsstücke aus Polyester und anderen Kunstfasern verursachen schon beim Waschen Mikro-Plastikmüll. Es lösen sich nämlich bei jedem Waschgang winzige Faserteile heraus, die über das Abwasser im Meer landen. Naturfasern sind eine auch für die Haut gesündere Alternative.
  • #2: Verzicht auf Einwegplastik: Einwegflaschen, Plastikbesteck und -geschirr sowie die nur einmal benutzte Plastiktüte für Einkäufe sind absolut überflüssig. Probieren wir es aus!
  • #3: Plastikmüll richtig entsorgen: Ein Teil des Plastikmüllproblems entsteht dadurch, dass wir Plastikmüll achtlos in den normalen Haushaltsmüll oder – noch viel schlimmer – einfach in die Natur werfen. Beides entspringt purer Bequemlichkeit (und gilt als Umweltsünde Nr. 1.
  • #4: Inhaltsstoffe von Kosmetik checken: Viele Kosmetika enthalten Kunststoffe in fester, flüssiger oder wachsartiger Form. Es sind Binde-, Schleif- und Füllmittel. Naturkosmetik ist eine hervorragende Alternative.
  • #5: Einkauf mit Korb, Stofftasche und Rucksack: Plastiktüten sind schädlich, doch auch Papiertüten hinterlassen einen schädlichen ökologischen Fußabdruck. Die genannten Behältnisse hingegen können wir gefühlte Ewigkeiten verwenden.
  • #6: Verzicht auf „To Go“: Plastikbecher für den Kaffee unterwegs sind ein Umweltkiller. Sie landen nach weniger als fünf Minuten im Müll. Eigentlich müssten sie sofort verboten werden – noch vor den Plastiktüten für den Einkauf.
  • #7: Macht der Verbraucher: Niemand hindert uns daran, selbst auf die kleinen Plastiktüten zu verzichten, in die wir im Supermarkt immer unser Gemüse gepackt haben. Das Gemüse lässt sich auch lose an der Kasse abwiegen und lose nach Hause transportieren. Wenn wir als Verbraucher konsequent auf überflüssigerweise in Plastik verpackte Lebensmittel verzichten, wird diese Art der Verpackung bald verschwinden.
  • #8: Verzicht auf „Bioplastik“: Es gibt Biomülltüten und weitere Verpackungen aus vermeintlichem „Bioplastik“. Ihre Kennzeichnung lautet allzu oft „kompostierbar“. Das ist eine bewusste Täuschung der Verbraucher. Es gibt kein vollkommen bzw. von allein kompostierbares Plastik. Zwar werden diese Plastiktüten in der Tat einer industriellen Kompostierung unterzogen, wenn man sie noch dem Biomüll entnehmen kann, doch dieser Vorgang ist aufwendig und umweltschädlich.
  • #9: Müll richtig trennen: Dieses Problem ist bekannt. Wir sollen den Plastikmüll in den gelben Sack stecken. Dabei müssen wir wirklich konsequent sein. Auf dem gelben Sack ist vermerkt, was alles hineindarf: Verbundstoffe (Getränke- und Milchkartons, Vakuumverpackungen), alles aus Plastik (aber gewaschen!) sowie Aluminium.
  • #10: Upcycling: Aus Plastik und anderen benutzten Sachen (zum Beispiel den wacklig gewordenen schwedischen Möbeln) lassen sich neue Dinge basteln. Das nennt sich Upcycling und kann viel Spaß machen.

 

Verbot von Plastiktüten

Im Sommer 2019 hat die deutsche Umweltministerin ein fast komplettes Verbot von Plastiktüten ab 2020 angekündigt. Das klingt zunächst vielversprechend, zumal es nur winzige Ausnahmen geben soll. Entsprechende Verbote gibt es schon lange in Ruanda, Kenia, Tansania und Südafrika. In anderen Staaten wird die Nutzung von Plastikverpackungen sehr stark reglementiert. Dazu zählen China, Costa Rica, Frankreich und Neuseeland. Immerhin wirkt das deutsche Gesetzesvorhaben durchaus durchdacht, denn auch das oben erwähnte „Bioplastik“ darf es dann nicht mehr geben. Die angedrohten Sanktionen für die Händler sind hart formuliert, es drohen bei Verstößen hohe Geldbußen bis zu 100.000 Euro. Die sehr robusten, oft wiederverwendeten Plastiktragetaschen bleiben aber ebenso wie die sehr dünnen Plastiktütchen am Gemüsestand erlaubt. Die Umweltministerin glaubt, dass die Akzeptanz für ihr Gesetz in der Bevölkerung sehr hoch sein wird, womit sie recht haben dürfte: In den letzten Jahren ist der Verbrauch an Plastik-Einkaufsbeuteln in Deutschland um rund zwei Drittel zurückgegangen. Die medienwirksame Diskussion um den Plastikmüll zeigen bereits Wirkung. Die spannende Frage lautet allerdings: Was bringt das Plastiktütenverbot wirklich?

Kritik am Verbot von Plastiktüten

Es gibt Kritik nicht nur vom Einzelhandelsverband, sondern auch von Umweltschützern und -politikern. Die Ausnahme der sogenannten Hemdentütchen, der kleinen Plastikbeutel für das Obst und Gemüse, begründete die Umweltministerin damit, dass die Händler bei deren Verbot verstärkt in Plastik eingeschweißtes Obst und Gemüse anbieten würden. Dieses gibt es jetzt auch schon. Die Händler begründen diese überflüssige Plastikverpackung damit, dass die Kunden solche Produkte wegen der besseren Optik bevorzugen würden. Ein Verbot der Hemdentütchen würden vermutlich durch solche Initiativen der Händler den Plastikverbrauch wieder anschwellen lassen. Warum dann nicht auch solche Verpackungen verbieten? Experten sind sich darüber einig, dass Plastikvermeidung viel umfassender betrieben werden muss. Den größten Anteil an überflüssigen Plastikverpackungen finden wir bei Produkten, die der Versandhandel verschickt. Es handelt sich beispielsweise um Luftpolster, die ein bestelltes Kleinteil vor Beschädigung schützen sollen. Ebenso versenden immer noch fragwürdige Verkäufer in Plastik eingeschweißte Kataloge. Die Initiative der Umweltministerin ist ein wichtiger Schritt, jedoch müssen weitere Initiativen folgen, um den nachhaltigen Konsum bei den Verbrauchern zu verankern.

Fazit: Wir müssen handeln!

Das Erzeugen von Plastikmüll und generell der Verbrauch von Ressourcen finden leise, schleichend, täglich und durch uns alle statt. Es ist sehr schwer, gegen Gewohnheiten anzukämpfen, doch es ist bitter nötig. Wir müssen umdenken und handeln. Das Hinterfragen des eigenen Konsums und der Produktauswahl sind immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.